Wer kennt es nicht, die unangenehme E-Mail, die eigentlich schon längst hätte versendet werden müssen oder der Anruf beim Arzt, weil man wegen der anhaltenden Kleinigkeiten dringend mal einen Termin ausmachen müsste. Der Wäscheberg, der sich in der Ecke stapelt oder gar, die seit Tagen, unausgeräumte Spülmaschine. Dinge, die einem keine Freude bereiten macht niemand gerne. Jedoch Aufschieberitis - oder im Fachjargon Prokrastination genannt - kann sich ganz schnell zur Krankheit entwickeln. Wie Sie (oder Ihre Kollegen) das ganze Aufschieben überwinden und es somit nicht krankhaft werden lassen, wollen wir heute erörtern.


Warum schieben wir eigentlich Dinge auf?
Hier gibt es eine Vielzahl von Ursachen, die Angst vor Fehlern oder schlechtes Zeitmanagement sind wohl zwei der Häufigsten. Andere mögen den Nervenkitzel, wenn Aufgaben auf den letzten Drücker erledigt werden müssen (ADHS-Betroffene benötigen diesen sogar meistens, um Ihre zugeteilten Aufgaben konzentriert erledigen zu können). Andere finden einfach gerne Ausreden – für bloße Faulheit. Und unser Gehirn. Klar, was auch sonst? Schnelle Erfolge belohnen unser Gehirn immer mehr als andere – z.B. langwierige Aufgaben, die erst spät von Erfolg gekrönt sind.

Und wie überwinden wir unsere eigene Aufschieberitis?
Auch hier gibt es eine Vielzahl von Tipps und Tricks. Mein persönlicher Favorit: die alt-bewährte To-Do-Liste. Führe ich auch, würde sonst wohl auch einiges Aufschieben. Allerdings gibt es einen Trick um unser Belohnungszentrum im Gehirn gezielt anzusteuern: Für jedes Häkchen oder jede durchgestrichene Aufgabe der Liste gibt es einen Punkt, quasi ein Sternchen wie früher aus der Schulzeit. Wenn Sie z. B. 10 Punkte gesammelt haben, gibt es eine kleine Belohnung. Welche das ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.

Eine andere Möglichkeit ist es, Aufgaben immer ASAP, also as soon as possible, zu erledigen. Kann allerdings auch sehr schnell in Stress ausarten, denn nicht immer ist genug Zeit für alle Aufgaben, die täglich so anfallen. Für kleinere, schnell erledigte Aufgaben ist das allerdings sehr hilfreich. ASAP kann aber auch bedeuten, dass man sich der Aufgabe schon mal angenommen hat und zumindest einen groben Fahrplan für die Abarbeitung dieser erstellt hat. Eine bereits begonnene Aufgabe wieder aufzunehmen, fällt uns nämlich leichter, als eine neue zu beginnen.

Klingt jetzt nach dem völligen Gegenteil und somit doch recht blödsinnig – sich Zeit zu lassen hilft ebenfalls. Aber – Stopp! Nicht, dass Sie jetzt denken Sie dürfen wieder die Aufgabe verschieben. Nein. Hier geht es darum genug Zeit einzuplanen. Oft unterschätzen wir nämlich die exakte Dauer einer Aufgabe, geraten somit in unnötig stressigen Zeitdruck und machen Fehler. Sich genug Zeit einzuplanen, um einer Aufgabe gewissenhaft nachgehen zu können sorgt dafür, dass es Ihnen leichter fällt mit einer Aufgabe zu starten und diese auch zu beenden.

Hinterfragen Sie sich selbst und vor allem die Gründe für Ihr Aufschieben. Ist es mittlerweile zur Gewohnheit geworden? Lösen bestimmte Tätigkeiten bei Ihnen automatisch Stress aus, weshalb Sie diese aufschieben? Verknüpfen Sie negative Erfahrungen mit den Tätigkeiten? Versuchen Sie genau zu erörtern, weshalb Sie Tätigkeiten aufschieben und wie Sie die Gewohnheit durchbrechen können. Versuchen Sie sich bewusst zu machen, weshalb eine Aufgabe Stress auslöst, und sprechen Sie sich ggf. mit Ihrer Teamleitung ab, was Sie gemeinsam tun können, um den Stress zu verringern.

Starten Sie gleich morgens mit der unangenehmsten Tätigkeit. Ja, Montag morgens den unangenehmen Anruf zu tätigen oder direkt die anstrengendste, unbeliebteste Aufgabe zu erledigen ist wirklich kein schöner Wochenstart – aber danach haben Sie’s hinter sich. Da kann’s ja nur noch Bergauf gehen! Oh, und Finger weg von Multitasking. Sie erinnern sich sicher, wenn nicht einfach nochmal nachlesen „Produktivitätskiller im (Home)Office“, Multitasking ist und bleibt ein riesiges Problem. Unsere Gehirne benötigen wirklich lange, um sich erneut in Aufgaben einzufinden, wird diese dann ständig unterbrochen – sei es durch bewusste Unterbrechungen, wie „Ach, die E-Mail schreib ich schnell“ oder durch unbewusste wie, dass das Telefon klingelt und der Kunde dran ist. Vermeiden Sie möglichst jede Ablenkung während einer Tätigkeit. Besonders, wenn es sich dabei um die Unbeliebte handelt.

Eine Tätigkeit hingegen können Sie gerne aufschieben, oder besser gesagt, verschieben. Ihre Reisekosten. Die übernehmen wir nämlich sehr gerne für Sie. Sprechen Sie uns doch einfach für Ihr individuelles Angebot an!